Schutzgemeinschaft Ammersee e.V.

Schutzgemeinschaft Ammersee
Wir freuen uns, Sie auf der Seite der Schutzgemeinschaft Ammersee e.V. begrüßen zu dürfen.

Hier wollen wir Sie über den Lebensraum des Ammerseebeckens mit seinen begleitenden Höhenzügen informieren. Unser Ziel ist es, Ihnen Daten und Fakten über Flora und Fauna zur Verfügung zu stellen und mit Bildern und Berichten einen Eindruck von der Vielfalt des Lebensraumes und unserer Arbeit zu vermitteln.

Alle Daten und Artikel sind auch in den ausführlichen Jahresberichten zu finden.



Die Diskussion um einen Radweg südlich der Birkenallee (Staatsstr. 2056) zwischen Fischen und Diessen ist beendet

Am 21.1.2015 gab es auf Einladung der Marktgemeinde Diessen ein Gespräch mit verschiedenen Beteiligten:


u.a. den Vertretern der 3 Gemeinden Diessen, Pähl und Raisting, der Unteren Naturschutzbehörden aus Landsberg und Weilheim, der Regierung von Oberbayern, der zwei Naturschutzverbände Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz und unserem Verein. Nach mehrstündiger Debatte teilten die Vertreter der Regierung von Oberbayern allen Beteiligten eindeutig mit, dass ein Radweg an der Birkenallee aus europäischem und nationalem Naturschutzrecht unter keinen Umständen möglich ist.


 Diese klare Aussage müsste doch endlich ausreichen, die Diskussion zu beenden, die seit 27 Jahren immer wieder neu angefacht wurde. Bereits seit 2006 (FFH-Verträglichkeitsprüfung der Regierung von Oberbayern) ist die rechtliche Situation eigentlich schon eindeutig geklärt, worauf das Planfeststellungsverfahren 2008 endgültig eingestellt worden ist:


 Der Bau eines Radweges ist nicht möglich, da FFH-Lebensraum und das Vogelschutzgebiet (spa)  erheblich beeinträchtigt würden und eine Alternativroute (Raistinger Schleife) existiert.


Der Innenminister Joachim Herrmann hatte dies auch schon in einem Schreiben vom 25. Juli 2014 an den ADFC-Bayern – Kreisverband Weilheim-Schongau bestätigt: “Die Realisierung des Radweges entlang der Birkenallee ist keine Frage des gesellschaftlichen oder gar politischen Wollens bzw. Nichtwollens, sondern sie ist nicht vereinbar mit dem nationalen und europäischen Naturschutzrecht.”
Vertreter des BUND Naturschutz und der Schutzgemeinschaft Ammersee hatten mit den Vorständen des ADFC Kreisverband WM-SOG, bereits im Vorfeld ein ausführliches Gespräch, in welchem die naturschutzfachlichen Grundlage einer Ablehnung der Trasse dargestellt wurde.


Trotz aller Gesprächsversuche war die Nichtdurchführbarkeit dieses Radweges nicht zu vermitteln gewesen.


 Während die Bürgermeister von Raisting und Diessen bei einer Besprechung mit der Schutzgemeinschaft und dem BN am 03.04.2014 gegenüber Bürgermeister Grünbauer aus Pähl klar geäußert haben, dass „eine weitere Realisierung des Radweges entlang der Birkenallee nicht weiter verfolgt wird“, hatte dieser an der Radwegforderung festgehalten. Anscheinend aus Solidarität mit der Gemeinde Pähl haben sich dann die beiden anderen Gemeinden später sogar daran beteiligt, eine Machbarkeitsstudie für den Radweg in Auftrag zu geben.
 
Dies ist nun endgültig alles vom Tisch, auch wenn es von Seiten der Gemeinden heißt, man würde das Ergebnis der Machbarkeitsstudie noch abwarten und dann ggf. den Radweg wieder weiter verfolgen: der Bau des Radweges ist nicht möglich.
Naturschutz heißt in manchen Fällen auch mal Umwege zugunsten der Natur in Kauf zu nehmen. In einem Land, in dem 43% aller Pflanzenarten und 51% aller Tierarten in ihrem Fortbestand gefährdet sind, sollte es zumutbar sein, einen Umweg von rund 3 km mit einem „Zeitverlust“ von etwa 15 min in Kauf zu nehmen. Für Urlauber und Genussradler dürfte dieser Umweg in Anbetracht der wunderschönen Landschaft im Ammersee-Süd-Gebiet noch dazu eher eine Bereicherung sein, gegenüber einer Radtrasse, die direkt an einer stark befahrenen Straße entlang führt.
 
Argumente die gegen einen Radweg entlang der Birkenalle sprechen:


 -          Eine zusätzliche Radtrasse würde eine deutliche Zunahme von Rad- und Fußgängern mit und ohne Hunden in ein extrem störanfälliges Wiesenbrütergebiet bedeuten und große Bereiche völlig entwerten


-          Für eine Ausnahmegenehmigung im Sinne des § 34 des Bundesnaturschutzgesetzes fehlen die Voraussetzungen. Eine solche Bedingung wäre, dass es zu dem Projekt keine Alternative gebe. Diese ist aber durch die „Raistinger Schleife“ gegeben, die auch ausgesprochen gut angenommen wird.


-          Der knapp 3 km lange Radweg entlang der Birkenallee würde rund 3 Mio Euro kosten. Die Ergänzung der Raistinger-Schleife stünde damit in Frage.-          Der reine Flächenverbrauch wäre mit ca.1 ha wertvollster geschützter, nicht ausgleichbarer Biotopfläche nicht hinnehmbar.


 -         
Die Überquerung an der Kreuzung Raisting-Diessen bliebe weiterhin ein unlösbares Gefahrenpotential.

 

Verlängerung der "Raistingerschleife" Raisting Diessen Kartengrundlage OpenStreetMap

Radwegschluss am Ammersee-Südende

Die Realisierung des Radweges Raisting-Diessen und damit die Vervollständigung der „Raistinger Schleife“ am Ammersee-Südende verzögert sich wieder, da nun zwei weitere Trassenvarianten diskutiert werden, die unseres Erachtens keine Chance auf eine Realisierung haben. Einmal soll die Radtrasse östlich der Kreisstr LL10 geführt werden. Gegen diese Variante spricht der Eingriff in wertvolle Teile des FFH Gebietes und des Naturschutzgebietes. Die andere Variante sieht die Führung des Radweges zwar westlich an der Kreisstraße vor, allerdings bis hin zu Kreuzung Raisting/Diessen, was ein Versetzen der gesamten Straße nach Osten zu Folge hätte, da ein Sicherheitsabstand zu den Bahngleisen eingehalten werden muss. Dies hätte ebenso Eingriffe in das FFH- und NSG–Gebiet zur Folge und würde erhebliche Kosten verursachen. Bei beiden Varianten ist außerdem die Querung der Birkenalle durch die Radfahrer erforderlich, die nicht ungefährlich ist.

Bereits 2010 war vor allem von der Gemeinde Raisting die Initiative ergriffen worden, einen Radweg von Raisting nach Diessen zu bauen und damit gleichzeitig die Raistinger Schleife zu vervollständigen. Nachdem die Grundstücksverhandlungen für eine Trasse unmittelbar entlang der Kreisstraße WM9 gescheitert waren und auch die andere Variante durch die Ertlmühle wegen des Widerspruches der Eigentümerin nicht mehr weiterverfolgt wurde, stellte uns der damalige Bürgermeister von Raisting Herr Wagner eine neue Variante vor, die uns nach wie vor als die beste Lösung erscheint (siehe Karte). Die Trasse führt zwar ein kurzes Stück durch das FFH-Gebiet führt, es werden aber keine wirklich wertgebenden Teile überbaut werden und die Radfahrer müssen die St 2056 nicht queren.

Die beiden Naturschutzverbände Landesbund für Vogelschutz und Bund Naturschutz und die Schutzgemeinschaft Ammersee haben schon zugestimmt, dass sie nicht auf eine aufwendige FFH-Verträglichkeitsprüfung bestehen werden, allerdings mit der Forderung, dass der bereits bestehende und dann überflüssige Radweg, der zwischen der Kreuzung Raisting/Diessen und der Marktgemeinde Diessen, östlich der St 2056 im Naturschutzgebiet liegt, vollkommen zurückgebaut wird. Damit würden die Radler nur wieder animiert die Birkenalle zu überqueren, anstatt den „Panoramaweg“ westlich der Gleise zu nehmen.

Von Herrn Regierungspräsidenten Hillenbrand wurde uns schon 2011 zugesichert, dass die Regierung diesem Projekt jede Unterstützung und Förderung zukommen lassen würde.

Ein aktuelles Schreiben des Ministers Joachim Herrmann bestätigt auch wieder, dass von Seiten des Staatsministeriums des Inneren, für Bau und Verkehr eine konsensfähige und rechtlich umsetzbare Lösung gefordert und unterstützt wird.

Im FFH-Gebiet muss die eingriffsärmste Variante gewählt werden, das ist zweifellos, die hier vorgestellte.

Wir hoffen nun, dass sich die beiden Gemeinden Raisting und Diessen bald möglichst für diese, hier vorgestellte Variante entscheiden. Die Schutzgemeinschaft steht zu Ihrem Zugeständnis ihr 3700qm großes Grundstück für einen evt Grundstückstausch zur Verfügung zu stellen, damit diese Lösung realisiert werden kann, auch wenn einzelne Eigentümer ihren Grund nicht zur Verfügung stellen sollten. 

H

Bekämpfung des Wasserkreuzkrautes in den nördlichen Ammerwiesen

 

In den letzten Tagen musste von uns in den nördlichen Ammerwiesen das Wasserkreuzkraut Senecio aquaticus entfernt werden. Es ist zwar eine heimische Pflanze, sie ist aber giftig, so dass das Mähgut nicht verfüttert werden kann und sie scheint sich aus zu breiten. Als Landwirt ist man gehalten, sie rechtzeitig zu entfernen, so lange das noch durch Ausreißen einzelner Pflanzen möglich ist. Im Allgäu gibt es bereits große Probleme damit, die wir auf unseren Flächen rechtzeitig zu vermeiden versuchen. Die Flächen mussten deshalb im Rahmen unserer landwirtschaftlichen Tätigkeit betreten werden, was vielleicht manchen Passanten verwundert hat.

 

 


Bewerbung Bayerischer Biodiversitätspreis 2014

 

Wir haben uns für den Bayerischen Biodiversitätspreis 2014 zum Themenfeld
„Artenreiche Wiesen – ein Beitrag zur Sicherung der Biodiversität“ beworben.

Dieser Wettbewerb ist ein Teil der Biodiversitätsstrategie Bayern und wird alle 2 Jahre vom Bayerischen Naturschutzfonds ausgelobt.

Wir haben uns mit den verschiedenen Wiesentypen Artenreicher Mähwiesen beworben, um deren Erhalt und Verbesserung wir uns sehr bemühen. Den Text der Bewerbung finden Sie hier.

Am 24.7.2014 war die feierliche Preisverleihung. Wir wurden mit einem Sonderpreis für unser jahrelanges ehrenamtliches Engagement bei der Pflege von Streu- und Riedwiesen im südlichen Ammerseebecken geehrt.

 

 

Unsere sehr erfolgreichen Bemühungen um den Erhalt und die Wiederherstellung der verschiedenen artenreichen Mähwiesen, wie sie im Ammerseebecken und den begleitenden Höhenzügen vorkommen, werden wir natürlich weiter fortsetzen, auch wenn sie bei der Bewertung um den Preis für „Artenreiche Wiesen – ein Beitrag zur Sicherung der Biodiversität“ leider keine Rolle gespielt haben.




Fotos: B.Quinger


Liebe Ammerseevogelfreunde,

um das Gelege des Flußregenpfeifers auf der Kiesinsel  am Binnensee am Ammersee-Südende gegen Rabenkrähen, Weißkopfmöwen, Kanadagänse und das Zertreten durch „Naturfreunde“ zu schützen, haben wir am 10.05.2014  eine Flußregenpfeiferschutzhaube über dem Gelege angebracht. Bitte unterstützen Sie unsere Aktion und weisen Sie Neugierige darauf hin, dass das Betreten der Kiesinsel im NSG nicht erlaubt ist!

Die Brut war erfolgreich! Am 22.5. wurden 2 Pulli gemeldet.

 

 

 

Foto: C. Krafft